Druckluftbehälter prüfen: Fristen und wer prüfen darf | Digitales Wartungsheft

Druckluftbehälter prüfen: Fristen und wer prüfen darf

Stand: 21. September 2026

Um welche Behälter es geht

Der häufigste Fall im kleinen Betrieb ist der Behälter am Kompressor. Er steht unter Druck, er wird selten angesehen, und er hält oft länger als der Kompressor selbst.

Fristen und Prüfer — beides hängt an der Größe

Maßgeblich ist das Druckinhaltsprodukt: zulässiger Druck in bar mal Volumen in Litern (Anhang 2 Abschnitt 4 BetrSichV)1.

Beispiel: Ein 500-Liter-Behälter mit 11 bar ergibt 5.500 bar · Liter.

Bei den üblichen Drücken eines Kompressors gilt:

  • Über 1.000 bar · Liter prüft eine zugelassene Überwachungsstelle, also eine behördlich zugelassene Prüforganisation. Dann gelten Höchstfristen: innere Prüfung alle 5 Jahre, Festigkeitsprüfung alle 10 Jahre1.
  • Bis 1.000 bar · Liter genügt eine zur Prüfung befähigte Person. Die Fristen legt der Arbeitgeber dann in seiner Gefährdungsbeurteilung selbst fest, höchstens zehn Jahre1.

Sehr kleine Behälter fallen aus dieser Regelung heraus. Als Arbeitsmittel bleiben sie trotzdem prüfpflichtig, dann nach den allgemeinen Regeln für Arbeitsmittel (§ 14 Abs. 2 BetrSichV)1.

Was dokumentiert werden muss

Druckbehälter dieser Größe sind überwachungsbedürftige Anlagen. Für ihre Prüfungen gelten deshalb strengere Aufzeichnungspflichten als für gewöhnliche Arbeitsmittel (§ 17 Abs. 1 BetrSichV)1:

  • Die Aufzeichnung nennt unter anderem die Anlage, das Prüfdatum, das Ergebnis und die nächsten Prüffristen.
  • Sie wird während der gesamten Verwendungsdauer am Betriebsort aufbewahrt, nicht nur bis zur nächsten Prüfung.
  • Prüft eine zugelassene Überwachungsstelle, stellt sie eine Prüfbescheinigung aus.

Für sehr kleine Behälter, die nicht unter diese Regelung fallen, gelten die allgemeinen Regeln für Arbeitsmittel: Aufbewahrung mindestens bis zur nächsten Prüfung (§ 14 Abs. 7 BetrSichV)1.

Der häufigste Irrtum

„Der Kompressor läuft doch.“ Der Behälter rostet von innen, und zwar durch das Kondenswasser, das sich bei jedem Lauf sammelt. Deshalb heißt die Prüfung innere Prüfung, und deshalb steht am Behälter ein Ablasshahn. Wer ihn regelmäßig öffnet, verlängert die Lebensdauer erheblich.

Im Original nachlesen

Prüffristen ändern sich. Im Zweifel gilt die aktuelle Fassung der verlinkten Quelle, nicht diese Seite.

Sätze mit hochgestellter Ziffer stützen sich auf eine benannte Quelle. Sätze ohne Ziffer sind meine eigene Einschätzung.

  1. Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)— Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de Fassung gesetze-im-internet.de, § 2 Abs. 6, § 3 Abs. 6, § 14 Abs. 2, § 14 Abs. 3, § 14 Abs. 7, § 14 Abs. 8, § 17 Abs. 1, Anhang 2 Abschnitt 4 und Anhang 3 Abschnitt 1, am Originaltext gelesen am 23.09.2026

Die Verweise führen zu den Herausgebern der jeweiligen Regelwerke. Sie stehen in keiner Verbindung zu diesem Angebot; eine Empfehlung durch DGUV, BAuA oder DIN ist damit nicht verbunden.

Welche Prüfungen braucht Ihr Betrieb? – Prüffristen ermitteln

Hinweis: Die vorgeschlagenen Prüffristen sind überwiegend Richtwerte aus dem technischen Regelwerk. Nach § 3 Abs. 6 BetrSichV legt der Arbeitgeber Art, Umfang und Fristen der Prüfungen auf Grundlage seiner Gefährdungsbeurteilung selbst fest. Fristen mit dem Zusatz „Höchstfrist“ geben Vorschriften als Obergrenze vor, etwa die Betriebssicherheitsverordnung oder eine Unfallverhütungsvorschrift; kürzere Fristen sind möglich. Prüfen Sie jede Frist für Ihren Betrieb. Dieser Wartungsplan ersetzt weder die Gefährdungsbeurteilung noch eine fachkundige Beratung.

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